BUND Kreisgruppe Solingen
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Moorprojekt Götsche

Moore – unsere natürlichen Klimaschützer

Gemeinsam für Klima und Artenvielfalt

Blaugrüne Mosaikjungfer mit Exuvie. Bildnachweis: BUND Solingen C. Ulbricht

Moore zählen weltweit zu den wirksamsten natürlichen Klimaschützern. Obwohl sie nur etwa drei Prozent der Landfläche bedecken, speichern sie mehr Kohlenstoff als alle Wälder zusammen. In ihren dauerhaft nassen Torfschichten bleibt Kohlenstoff über Jahrtausende gebunden – solange das Moor feucht bleibt. Werden Moore entwässert, gelangt Sauerstoff an den Torf, der sich zersetzt und große Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids freisetzt. Aus einem natürlichen Speicher wird so eine Treibhausgasquelle.

Neben dem Klimaschutz erfüllen Moore weitere wichtige Funktionen: Sie filtern und reinigen Wasser, wirken als natürliche Wasserspeicher bei Starkregen und Trockenperioden und bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, die anderswo kaum noch vorkommen – darunter Sonnentau, Wollgräser und Libellen wie die Blaugrüne Mosaikjungfer.

In Nordrhein-Westfalen sind heute nur noch rund 4.100 Hektar Moorflächen weitgehend intakt. Gleichzeitig gelten über 23.000 Hektar ehemaliger Moorstandorte als Potenzialflächen für eine Wiedervernässung. Um diese wertvollen Ökosysteme zu sichern und wiederherzustellen, setzt sich der BUND NRW mit regionalen Projekten für die Renaturierung ein. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundes.

Die Wiedervernässung von Mooren gehört zu den wirksamsten und dauerhaftesten Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes – direkt vor unserer Haustür.

 

Götsche – Wiedervernässung vor unserer Haustür

Moorrenaturierung auf der Bergischen Heideterrasse 

Auch auf der Bergischen Heideterrasse bei Solingen befinden sich Reste wertvoller Moorlandschaften. Einer dieser Bereiche ist die Götsche, die der BUND Kreisgruppe Solingen gemeinsam mit Fachpartnern in den Blick genommen hat. Jahrzehntelange Entwässerung zur landwirtschaftlichen Nutzung führte dazu, dass der Moorboden austrocknete, Torf zersetzt wurde und typische Moorpflanzen und -tiere zunehmend verschwanden. Gleichzeitig begann der gespeicherte Kohlenstoff als CO₂ in die Atmosphäre zu entweichen.

Das Projekt Götsche verfolgt das Ziel, diese Entwicklung umzukehren. Durch die Wiedervernässung der Flächen wird der natürliche Wasserhaushalt stabilisiert, Torfbildung wieder ermöglicht und die ökologische
Funktion des Moores Schritt für Schritt hergestellt.

Konkret bedeutet das:

•  Verschließen ehemaliger Entwässerungsgräben
•  Bau kleiner Stauwerke zur gezielten Wassersteuerung
•  Anhebung und Stabilisierung des Grund- und Oberflächenwassers
•  Förderung torfbildender Moose und typischer Moorpflanzen
•  Rückkehr geeigneter Lebensräume für Amphibien, Insekten und Moorvögel
•  langfristige Sicherung des gebundenen Kohlenstoffs im Boden

Die Maßnahme ist Teil eines größeren Renaturierungsprogramms des BUND NRW, das auf der Bergischen Heideterrasse und in der Niederrheinischen Bucht insgesamt rund 500 Hektar Moorlebensräume sichern und wiederherstellen soll.
Gefördert wird das Projekt durch Landes- und Bundesmittel im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK).

Mit der Wiedervernässung der Götsche entsteht in Solingen ein sichtbarer Beitrag zum Klimaschutz, zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zu einer widerstandsfähigen Landschaft, die Wasser speichert, Lebensräume schafft und das lokale Umfeld auf natürliche Weise stärkt.

 

Mitmachen und unterstützen!

Naturschutz wirkt – besonders, wenn wir ihn gemeinsam anpacken. Unterstützen Sie das Moorprojekt Götsche durch

→  Spenden

→  aktive Mithilfe bei Pflegeeinsätzen

→  indem Sie die Idee weitertragen

Gemeinsam machen wir Solingen ein Stück klimafester und artenreicher.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: Flyer Götsche (PDF)

Lageplan des Moorprojektes Götsche. Quelle: https://bund-moore.de/map2/#16/51.1478/6.9705